• Chainalysis hat einen Bericht über Krypto-Zahlungen an Anonymitätsdienstleister angefertigt.
  • Das Compliance-Unternehmen stuft einen geringen Prozentsatz der Zahlungen als riskant ein.
  • Anonymitätsdienste sind ein wichtiges Werkzeug, allerdings benötigen sie auch anonyme Zahlungsmöglichkeiten.

Ein neuer Bericht von Chainalysis vergleicht verschiedene Anonymitätsdienste in Hinblick darauf, wie ihre Nutzer die Dienstleistungen mittels Kryptowährungen bezahlen. Sie finden deutliche Hinweise darauf, dass viele der Gelder aus kriminellen, oder zumindest zweifelhaften Quellen stammen.

Bei den verglichenen Anonymitätsdiensten handelt es es sich um VPN-Anbieter, virtuelle SIM-Karten, verschlüsselte Kommunikationswege, sowie anonymes Webhosting und Portozahlhungen. Diese Dienste sind nicht per se illegal und ein unverzichtbares Mittel zur Wahrung der eigenen Bürgerrechte, stellen aber auch eine Anlaufstelle für Kriminelle dar.

Chainalysis schlüsselt Zahlungsvorgänge auf

Chainalysis hat in dem Bericht analysiert, welche Krypto-Zahlungen an diese Anonymitätsdienste geflossen sind. Als Beispiel gibt das Unternehmen den VPN-Anbieter SecureVPN an, welcher zwischen September 2014 und Dezember 2016 Bitcoin-Zahlungen in Höhe von insgesamt 131,9 BTC annahm. Obwohl die meisten dieser Zahlungen von sicheren und regulierten Handelsplattformen stammten, erhielt der VPN-Anbieter auch Zahlungen von unregulierten Börsen, CoinMixern und sogar Darknet-Marktplätzen. Chainalysis stufte dies als riskant ein.

Übersicht über die Zahlungsvorgänge an SecureVPN. Quelle: Chainalysis.

Ein weiteres bedeutendes Unternehmen war ProtonMail, ein Anbieter von verschlüsselten E-Mail-Konten. Dieser erhielt im Zeitraum zwischen November 2017 und Mai 2020 Zahlungen in Höhe von insgesamt 206,6 BTC. Im Hinblick auf riskante Zahlungen zeigt sich eine ähnliche Tendenz wie bei SecureVPN. Bei allen anderen Diensten fiel das Zahlungsvolumen deutlich geringer aus, jedoch zeigt sich auch dort, dass ein nicht unerheblicher Prozentsatz von zweifelhaften Quellen stammt.

Compliance-Dienste – Fluch oder Segen?

Chainalysis merkt in dem Bericht völlig richtig an, dass Anonymitätsdienste ein wichtiges Werkzeug zur Wahrung von Privatsphäre und Bürgerrechten sind. Insbesondere für das Überleben unter autoritären Regimen sind sie unverzichtbar. Allerdings stellt es den Sinn dieser Dienstleistungen in Frage, wenn man nicht anonym auf sie zugreifen und auch anonym für die Dienste bezahlen kann. Das Unternehmen machte bereits vor einigen Wochen auf sich aufmerksam

, nachdem Chainalysis ankündigte, auch Compliance-Dienste für die vormals anonymen Kryptowährungen Dash und Zcash anzubieten.

Auf der anderen Seite geraten auch die Anbieter von Anonymitätsdienstleistungen selbst in Gefahr, wenn sie riskante Zahlungen annehmen. Die Analysen von Chainalysis können wie so oft kein genaues Bild über die Lage geben. Sie deuten allerdings darauf hin, welche Zahlungen möglicherweise oder mit einer hohen Wahrscheinlichkeit aus kriminellen Einnahmequellen stammen. Dies gibt Strafverfolgungsbehörden einen Hinweis darauf, auf welche Zahlungsvorgänge sie ihr Augenmerk legen sollten.

Selbstverständlich sollten auch die Anbieter von Anonymitätsdiensten kein sicherer Hafen für Cyberkriminelle sein. Diese könnten mit Hilfe von Compliance-Anbietern riskante Zahlungen identifizieren und bei Bedarf ablehnen. In jedem Fall sollten sie keine Zahlungen von Darknet-Marktplätzen akzeptieren. Dies dürfte Kriminelle zwar nicht vollständig aufhalten, ihnen das Leben aber auf jeden Fall erschweren.

Tobias W. Kaiser Autor

Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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