• Teil 1 unserer Interviewreihe mit Thor Alexander.
  • Thor über dezentrale Finanzvisionen.
  • Und warum es seine Bücher nicht bei Amazon zu kaufen gibt.

Wir hatten die Möglichkeit mit dem Buchautor Thor Alexander über sein Buch „Dezentrales Geld“ zu sprechen. Der Krypto-Experte teilt seine Meinung über die Vorteile des dezentralen Geldes und visioniert mit uns, wie eine Welt mit dezentralem Geld aussehen könnte.

Thor Alexander ist Buchautor und Influencer für Geld und Gesundheit. Er arbeitet beim Blockchain Institut und hat weit über 20 Bücher veröffentlicht, unter anderem drei im Krypto-Bereich. Und genau über diese Bücher geht es in diesem, ersten Teil unserer Interview-Reihe.

Zunächst einmal wollen wir wissen, wie eigentlich der Titel zu seinem Buch „Dezentrales Geld“ zustande kam. Er erklärt uns:

„Ich habe einen Titel gesucht, der das Thema Geld, aber auch eine der wichtigsten Eigenschaften von Kryptowährungen, nämlich die Dezentralität, vereint. Und so lag es nahe, das Buch „Dezentrales Geld“ zu nennen.“

Dieser Titel vereint zwei Eigenschaften von Kryptowährungen – nämlich Geld zu sein und keinen zentralen Entscheider zu haben, dezentral zu sein.

Thor, was bedeutet dezentrales Geld für dich?

Thor erklärt:

„Das ist eine gute Frage, die ich im letzten Buchkapitel explizit aufgreife und beantworte. Dezentrales Geld ist Geld, was kein Einzelner bestimmt. Es ist Geld, welches viele Leute oder eine Gemeinschaft von Leuten bestimmt. Beispiele dafür gibt es einige, wie Bitcoin und Ethereum, aber auch andere Kryptowährungen, nicht alle, aber einige.“

Weiter geht es. Wir wagen uns an die Vorstellung einer Welt, in der die dezentralen Währungen der Standard sind und wie sich unsere Gesellschaft unter diesen Voraussetzungen entwickeln könnte.

Thor berichtet uns, wie diese Entwicklung aussehen könnte:

„Rein hypothetisch natürlich gut. Denn niemand hat mehr die Macht über das Geld, sondern die Gemeinschaft der Nutzer, also viele oder fast alle können über ihr Geld bestimmen. Jeder könnte sich sogar das Geld aussuchen, welches ihm am besten gefällt. Es wird vielleicht weiterhin einige zentrale Gelder geben, die durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Sofern es viele zentrale Gelder gibt, mit denen ich wahlweise bezahlen kann, habe ich wieder ein gewisses Maß an Dezentralität. Mit Bitcoin haben wir bereits ein Geld, welches global verfügbar ist, welches in gewissen Kreisen anerkannt ist und welches sehr gut dezentral funktioniert.“

Ein Bild von BeInCrypto.com

“Geld macht Macht”

Thor, was sind die Voraussetzungen für die Etablierung eines dezentralen Währungssystems?

Der Krypto-Experte erklärt uns:

„Die Voraussetzungen sind Bildung und Wissen. Das heißt, dass Viele sich darüber im Klaren sind, was Geld ist, also was die Definition von Geld bedeutet und was Geld macht. Geld macht Macht. Deswegen wählte ich als Untertitel des Buchs „Geld regiert die Welt“. Da Geld ein universelles Tauschmittel ist, kann ich damit viele Sachen kaufen ‑ auch Meinungen, Stimmungen, Gesetze oder was auch immer. Es ist oft nur eine Frage des Preises.

Vielleicht noch ein Hinweis: Derjenige, der Geld schöpft beziehungsweise Geld erzeugt, der sitzt an der Quelle von neuen Tauschmitteln. Derjenige, der neues Geld in Umlauf bringt, kann zu alten Preisen einkaufen. Das darf man nicht außer Acht lassen. Das heißt, wenn ich die Geldmenge vermehre, hat sich das noch nicht überall herumgesprochen. Erst nach und nach passen sich die Preise an die neue Geldmenge an.“

Ist der Bitcoin die Grundlage für ein dezentrales Finanzsystem?

Natürlich möchten wir auch wissen, welche dezentralen Währungen für diese Form der flächendeckenden, finanziellen Unabhängigkeit infrage kämen.

Thor erklärt uns, wie mannigfaltig die Welt der Kryptowährungen unser Leben in diesem Szenario bereichern könnten:

„Diese Frage habe ich auch in meinem Buch erörtert. Ein dezentrales Geld oder viele dezentrale Gelder oder auch eine Kombination aus dezentralen und zentralen Geldern? Bitcoin ist natürlich prädestiniert als dezentrales Geld, weil es eigentlich die Mutter der Kryptowährungen ist. Aber Bitcoin hat natürlich eine ganze Reihe von Mängeln und Makeln. Hat aber auch durchaus ein paar Vorteile aufgrund seiner Trägheit Beispielsweise werden grundlegende Kriterien dieses Geldes fast gar nicht geändert. Ich wünsche mir eine Kombination von verschiedenen dezentralen Geldern mit verschiedenen Eigenschaften.“

Ein Bild von BeInCrypto.com

„Bitcoin ist quasi der 500-Euro-Schein. Dash gefällt mir gut, auch aufgrund der DAO. Dash kann ich zum Bezahlen mit kleinen Beträgen und für schnelles Zahlen verwenden. Ethereum, von dem ich kein großer Fan bin, bietet mir ein programmierbares Geld. Ich kann eigene Wertmarken, genannt Token, erstellen, initiieren, ausgeben. Dadurch kommt allerdings Zentralität durch die Hintertür in eine dezentrale Blockchain. Trotzdem kann ich dadurch bestimmte Anwendungsfälle gut abdecken. Zudem kann ich mir eine Kombination aus diesen verschiedenen Geldern vorstellen. Das wäre ein ideales Geld für die Zukunft. Also nicht ein Geld, sondern verschiedene Währungen.“

Interessante Einsichten in die Welt eines Autors

Thors Bücher gibt es nicht auf Amazon zu kaufen, sondern ausschließlich auf seiner eigenen Homepage oder über den Buchhandel, der sie auch bei ihm bezieht. Der Grund dafür hat natürlich mit Dezentralität zu tun.

Thor, warum gibt es deine Bücher nicht auf Amazon zu kaufen?

Thor führt aus:

„Als Selbstständiger zahle ich hierzulande meine Steuern. Ich verkaufte früher für zwei Verlage Bücher auf Amazon verkauft, schon vor rund 15 Jahren. Dabei stellte ich fest, dass Amazon die Verleger stark benachteiligt. Amazon ist darüber hinaus ein Unternehmen, welches hierzulande keine Steuern zahlt. Die Plattformökonomie der Amerikaner ist so gestaltet, dass die Geschäfte außerhalb der USA gemacht, die Gewinne aber nach Amerika oder sonst wohin meist steuerfrei abfließen werden. Das heißt, ich als Selbstständiger darf mehr Steuern zahlen, weil große Unternehmen sich drücken. Und das unterstütze ich nicht. Hinzu kommt, dass Bequemlichkeit der größte Feind der Privatsphäre ist. Wenn ich alles bei einem Anbieter kaufe, bin ich über meine dortigen Aktivitäten sehr gut einschätzbar. Weiterhin wecken solche Datenansammlungen Begehrlichkeiten bei Dreibuchstabendiensten und anderen Feinden der Privatsphäre.“

Das stimmt. Das wäre auch das Gegenteil von Dezentralität.

Unsere Interviewreihe mit Thor Alexander geht aber noch weiter. Das nächste Mal sprechen wir über sein Buch „Der Hardware-Wallet-Führer“. Hier geht es darum, ob Krypto-Fans ihre digitalen Assets damit sicher und bequem aufbewahren können sowie um Alternativen. Tipp: Bei Thor gibt es bald Krypto-Coaching!

Alexandra Kons Journalist

Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn gemacht, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin gemacht. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

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