• Der Autor Thor Alexander im Interview über die sichere Aufbewahrung virtueller Coins.
  • Welche Hardware Wallets sind die besten?
  • Und was gilt es bei der Aufbewahrung von Kryptowährungen zu beachten?

Mit dem Krypto-Autor Thor Alexander haben wir bereits über sein Buch „Dezentrales Geld“ gesprochen. Diesmal hatten wir einige Fragen zum Sachbuch „Der Hardware-Wallet-Führer“. Hier geht es um die effektive Aufbewahrung von Kryptowährungen. Denn für die Sicherheit der virtuellen Münzen, Coins und Token sind die Hodler bekanntermaßen selbst verantwortlich.

Das Aufbewahren von Coins ist ein Thema, mit dem sich Hodler und Trader früher oder später auseinandersetzen müssen. Diesen Part übernimmt bei den dezentral organisierten virtuellen Währungen eben der Halter selbst. Entsprechend gilt es für sich herauszufinden, welche Aufbewahrungsmöglichkeit den eigenen, individuellen Ansprüchen gerecht wird. Im Gespräch mit dem Autor von „Der Hardware-Wallet-Führer“ haben wir einen Einblick in den Bereich der Hardware Wallets erhalten.

Ein Bild von Thor Alexander.

Thor, was hast du beim Schreiben des Buches über Hardware Wallets gelernt?

Ich habe gelernt, dass es sehr viele unterschiedliche Anbieter von Hardware-Wallets (kurz: HWW) gibt. Es gibt mechanische Hardware-Wallets, bei denen ich nur meinen privaten Schlüssel bzw. die Mnemonic-Wörter speichern kann. Insgesamt gibt es bei elektronischen HWW große Unterschiede. Es gibt Geräte, die sich über Bluetooth mit dem Rechner oder dem Handy verbinden, andere über USB, über eine SD-Karte und wieder andere kommunizieren über QR-Codes. Die Vielzahl der Wallets und ihre Absicherungsmöglichkeiten gegen Beschädigungen, gegen Ausspähen und Kompromittieren sind sehr bemerkenswert. Es gibt Hardware-Wallets, die aussehen, wie ein normaler USB-Stick (ohne Display) und die auf Streicheln reagieren. Es gibt Geräte, die wie ein Taschenrechner aussehen und es gibt Hardware-Wallets mit einem eigenen Display. Beeindruckt hatten mich die Wallets ohne direkte elektrische Verbindung mit dem Internet, d.h. diejenigen, welche ihre Daten über einen Luftspalt übertragen – aber nicht nur.

Sind HWWs wirklich die beste Lösung für die Aufbewahrung von Kryptowährungen?

Als Sicherheitsexperte erläutert mir Thor folgendes:

Jein. Hardware-Wallets sind eine bequeme Möglichkeit, um Kryptowährungen langfristig, mittelfristig und kurzfristig sicher zu speichern. Ich bin nach wie vor auch Fan von Paper-Wallets. Allerdings nicht ausgedruckt in Papierform, weil das Papier entwendet oder kompromittiert werden kann, sondern als elektronisches Dokument in einem Passwort-Manager mit einer guten Verschlüsselung. Oder auch auf verschlüsselten Festplatten, auf verschlüsselten USB-Sticks oder auf verschlüsselten SD-Karten.

Die Frage, welche Hardware-Wallets die Besten sind, dürfte wohl die meisten Nutzer auf lange Sicht interessieren.

Thor erklärt mir seine Sicht der Dinge:

Ja, darauf möchte ich ausweichend antworten. Rückwirkend betrachtet muss ich sagen, dass die Hardware-Wallets, die die meisten kennen (Ledger, Trezor, KeepKey) mich eher enttäuschten. Ich testete zahlreiche HWW-Anbieter, die ich komfortabler, besser und bequemer empfand – teilweise sogar sicherer. Was mir gut gefiel, waren elektronische HWW, welche über QR-Code kommunizieren oder mit der Electrum-Wallet zusammenarbeiten. Der Vorteil der Unterstützung der Electrum-Wallet ist die Flexibilität und Funktionsvielfalt, wie z.B. Münzkontrolle (Coin-Control) aber auch MultiSig. Ansonsten gibt es sehr, sehr viele verschiedene Modelle: große, kleine Geräte, mit Akku, ohne Akku, mit und ohne Display, mit Farbdisplay und Touch-Screen usw. Für weitere Informationen möchte ich an dieser Stelle auf den Hardware-Wallet-Führer verweisen, weil jeder andere Kriterien hat, egal ob Münzkontrolle, Passphrasen, Multi-Währungsunterstützung oder nur Bitcoin. Um die beste HWW für sich herauszufinden, ist es wichtig, sich mit allen Hardware-Wallets überblicksmäßig vertraut zu machen.

Ein Bild von Thor Alexander.

Tipps und Tricks rund um die Auswahlkriterien des Wächters über die virtuellen Münzen

Und eine letzte Frage in Bezug auf die Hardware Wallet-Aufbewahrungsmöglichkeiten. Auf was sollte man besonders Wert legen, wenn man eine HW-Wallet auswählt?

Thor erklärt mir:

Auf Hardware Wallets, die in die EU bzw. den EWR importiert werden, fallen oft bis zu 50 Euro Zoll an. Dadurch erhöht sich der Kaufpreis. Ein wichtiges Kriterium neben der Unterstützung der gewünschten Kryptowährung, neben Passphrasen, einfachen Einstellmöglichkeiten der Gebühren (eventuell nachträgliche Gebührenerhöhung), Münzkontrolle sollte die Bedienung bequem und übersichtlich sein. D.h. fipselige Tasten und kleine Displays, wie bei den Marketing-Profis von Ledger, finde ich überhaupt nicht gut. Ob man eine HWW mit oder ohne USB-Kabel verwendet, ist Geschmackssache. Eine fehlende elektrische Verbindung der HWW mit der Software auf PC/Handy erachte ich als sicherer, z.B. per QR-Code oder SD-Karte. Hauptschwachstelle ist aber meist, derjenige, der vor dem Gerät sitzt, weil er einfache Zugangsdaten wählte oder die Daten nicht sicher genug hinterlegte.

Es gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel die ColdCard-Wallet eines kanadischen Anbieters. Sie sieht wie ein Taschenrechner aus. Sie kann über ein USB-Kabel oder mittels einer SD-Karte Daten austauschen.

Des Weiteren ist bei manchen Anbietern der Transfer von Satoshi-Beträgen abenteuerlich. Und natürlich spielt die Qualität des Kundensupports eine wichtige Rolle, wenn es um die Wahl des passenden Brieftasche geht.

Ergänzend muss ich anmerken, dass Support-Anfragen bei den meisten asiatischen Anbietern in kurzer Zeit kompetent und zufriedenstellend beantwortet wurden. Wer nur Bitcoin nutzt, sollte eine Wallet verwenden, die nur Bitcoin unterstützt, um möglichst wenige Fehlerquellen und minimale Kompromittierungsmöglichkeiten zu haben. HWW von verschiedenen Anbietern zu haben, ist auch kein Fehler oder eine HWW zur Langzeitspeicherung (große Beträge) und eine für den täglichen Gebrauch (z.B. für kleine Beträge oder häufige Transaktionen).

Wer weiterführende Informationen zu diesem Thema nachlesen möchte, findet Anregung auf Thors Webseite.

Vielen Dank, Thor!

Alexandra Kons Journalist

Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn gemacht, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin gemacht. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

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