• Die EU hat ein 1,8 Mrd. schweres Hilfspaket für den Wiederaufbau nach Corona verabschiedet.
  • Damit wird die gemeinschaftliche Schuldenaufnahme der EU de facto Realität.
  • Nicht nur in Europa, sondern auch den USA setzt sich die Politik des leichten Geldes durch.

Nach einem fünf Tage andauernden Verhandlungsmarathon haben sich die EU-Mitgliedsstaaten auf ein Hilfspaket in Höhe von insgesamt 1,8 Billionen EUR geeinigt. Anstatt unser Finanz- und Wirtschafssystem zu reparieren, nutzen Politiker und Zentralbanken die Corona-Krise, um ihre verfehlte Politik der letzten zehn Jahre fortzuführen.

Dieses ist das größte Hilfspaket, welches die EU in ihrer Geschichte geschnürt hat. Die 1,8 Billionen setzen sich wie folgt zusammen: 390 Mrd. EUR sollen in Form von Zuschüssen als Soforthilfen gezahlt werden. Dazu kommen 360 Mrd. in Form von Krediten. Langfristig verteilt die EU 1.074 Mrd. EUR über ihren Haushaltsrahmen der nächsten sieben Jahre.

Wie wir an diesen Punkt gelangt sind

Wir stehen vor einer Wirtschaftskrise, die viele Ökonomen, insbesondere diejenigen, welche den Lehren der österreichischen Schule folge, vorausgesagt haben. Die Nullzinspolitik der EZB, sowie die gedankenlose Schuldenaufnahme der EU-Staaten nach der Finanzkrise 2007/08 waren ein Aufschwung auf Pump. Damit ist es unausweichlich, dass wir irgendwann die Zeche dafür zahlen müssen.

Jüngst gab der Buchautor Aaron Koenig dies in einem Interview mit BeInCrypto zu bedenken. Er sagte, dass eine Wirtschaftskrise auch ohne das Coronavirus unvermeidlich gewesen wäre. Er schnitt weiterhin an, dass Verschwörungstheorien darüber kursieren, dass Politiker absichtlich eine Panik um COVID-19 schüren würden, um sich ihrer Verantwortung für die kommende Krise zu entziehen.

Auch ohne sich auf das Glatteis von Verschwörungstheorien zu bewegen, kann man feststellen, dass COVID-19 den geld- und wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern in bequemster Weise entgegenkommt. Das Coronavirus liefert ihnen eine Ausrede, um ihre verantwortungslose Politik munter fortzusetzen. Der EU-Gipfel fand fadenscheinig unter dem Motto “Repair, Reform, Remodel” statt.

Das nun erlassene Hilfsprogramm zeigt, dass sich die EU weder reparieren, noch reformieren oder umgestalten will. Ehrlicherweise hätte das Motto des Gipfeltreffens “Weiter so!” lauten müssen.

Wie es weitergeht

Mit dem Hilfspaket ist die von den fiskal konservativeren Staaten kritisierte gemeinschaftliche Schuldenaufnahme durch die EU de facto Realität geworden. Für ihre Zustimmung dazu sind die “sparsamen vier” (Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande) mit Rabatten auf die Finanzierung des EU-Haushalts beschwichtigt worden. Auch Deutschland erhielt bei der Berechnung des Haushalts einen Rabatt, verzichtete allerdings freiwillig

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Eine bereits im Mai angefertigte Schätzung zeigt auf, welche Staaten in den EU-Aufbaufonds einzahlen und welche Staaten Hilfszahlungen empfangen. Der größte Netto-Einzahler ist – wer hätte es gedacht – Deutschland. Mit 133,3 Mrd. EUR zahlt Deutschland fast drei mal so viel wie der zweitplatzierte Nettozahler Frankreich (52,3 Mrd. EUR). Dahinter folgen die Niederlande (31 Mrd EUR.), Schweden (16,6 Mrd.), Irland (15,7 Mrd. EUR) und Österreich (14,0 Mrd. EUR).

Die größten Nettoempfänger sind Spanien (82,2 Mrd. EUR), Italien (56,7 Mrd.), Polen (36,0 Mrd. EUR) und Griechenland (33,4 Mrd. EUR). Erneut werden damit die am höchsten verschuldeten Staaten belohnt.

Auch das Corona-Hilfspaket kann die wirtschaftlichen Probleme der EU langfristig nicht lösen. Durch Finanzhilfen, Nullzinsen und staatlich subventionierte Insolvenzverschleppungen bilden sich weiterhin Zombie-Firmen. Wir sitzen damit auf einem immer größer werdenden Pulverfass.

Auch in den USA setzt sich die Politik des Aufschwungs auf Pump fort. Dort plant die Zentralbank Federal Reserve derzeit den Ankauf von Aktien. Dadurch werden im Endeffekt Aktienbesitzer zu Lasten der allgemeinen Bevölkerung subventioniert, welche sich bereits jetzt auf eine massive Inflationswelle einstellen muss.

Der Silberstreif an Horizont ist dass die kommende Inflation langfristig tragfähige Anlageformen wie Gold und Kryptowährungen stärken wird. Das gibt der Krypto-Wirtschaft sowohl Geld, als auch die nötige Zeit, die Umstellung auf ein gesünderes, dezentrales Finanzsystem vorzubereiten.

Tobias W. Kaiser Autor

Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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