• IRS möchte das Lightning Netzwerk überwachen
  • Außerdem XMR, ZEC, DASH, ZEN, GRIN, KMD und weitere
  • Welcher Coin ist wirklich privat?

Die Steuerbehörde der USA, IRS, möchte Einblicke in das Dickicht der Privacy Coins erhalten. Grund dafür ist die Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorfinanzierung und weiteren illegalen Aktivitäten.

Die Internal Revenue Service (IRS) veröffentlichte am 30. Juni 2020 ein Request for Information (RFI) Dokument. Darin fordert die IRS Überwachung von Privacy Coins und Second Layers, wie dem Lightning Netzwerk. Genauer gesagt sollen Industrie Unternehmen sich bei der IRS melden, wenn sie mit dem Tracking privater Kryptowährungen helfen können.

IRS will Privacy Coins enttarnen

Der Druck, nun auch Privacy Coins überwachen zu lassen, kommt durch eine erhöhte Nutzung. So schreibt die IRS in dem RFI:

Die Verwendung von Privacy Coins wird für den allgemeinen Gebrauch immer beliebter, und auch die Verwendung durch illegale Akteure nimmt zu. Dies manifestierte sich im April 2020 durch eine RaaS-Gruppe (Ransomware as a Service) namens Sodinokibi (ein ehemaliges Mitglied der Gruppe GrandCrab Raas), die erklärte, dass künftige Lösegeldforderungen aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes bei Transaktionen in XMR und nicht in BTC bezahlt werden (Quelle: BleepingComputer). Das CI-Programm für Cyberkriminalität arbeitet daran, diesem Trend durch diesen RFI zuvorzukommen.

CI ist die Abkürzung für Criminal Investigation Devision. Mit anderen Worten eine Sparte der nationalen Regierung, die mit Special Agents gegen Darknet Markets und andere illegale Aktivitäten, wie Geldwäsche, Terrorfinanzierung, Drogenhandel und Kinderprostitution vorgeht.

Bitcoin und andere transparente Blockchains lassen sich relativ einfach überwachen. Erst Anfang Juni 2020 verkündete Chainalysis, dass nun auch das Tracking von Dash und zCash möglich wäre. Ebenso bestätigte die IRS dies in ihrem Schreiben.

Gegenwärtig haben die bestehenden Dienststellen erst vor kurzem die Aufnahme von Ermittlungsdiensten für DASH und ZEC angekündigt, was zeigt, dass die Ermittlungsunterstützungsbranche den Wert des Einsatzes von Ressourcen zur Identifizierung illegaler Akteure durch Kryptowährung-Verschleierung anerkennt. Allerdings stellen Schnorr Signatures eine neue Herausforderung für investigative Unterstützungsdienste dar, für die keine COTS-Lösungen öffentlich verfügbar sind.

Umfassende Überwachung für Monero, zCash und Co.

Die IRS sucht also nach Partnerschaften, mit deren Hilfe sich Privacy Coins tracken lassen. Die Liste der Projekte ist relativ lang:

CI Cyber Crimesis bittet um Informationen über Systeme, die es Entwicklern und Testern ermöglichen, Nachforschungen zu Distributed Ledger-Transaktionen anzustellen, bei denen es um Kryptowährung zum Schutz der Privatsphäre geht (z.B, Monero (XMR), Zcash (ZEC), Dash (DASH), Grin (GRIN), Komodo (KMD), Verge (XVG) und Horizon (ZEN)); Schicht-2-Netzwerke mit Off-Chain-Protokoll (z. B. Lightning Network (LN), Raiden Network, Celer Network); Seitenketten (z. B. Plasma und OmiseGo); und Rückverfolgung von Herausforderungen nach der Integration des Schnorr-Signatur-Algorithmus.

Sollte das Tracking Programm der IRS in die Tat umgesetzt werden, beginnt ein wahrer Test für alle Privatsphäre-orientierte Projekte. Denn ein echter Privacy Coin sollte gegen jegliche Überwachung resistent sein.

Alex Roos Chefredakteur

Alex einen Bachelor von der Frankfurt School of Management & Finance im Studiengang Management, Philosophy & Economics. Seine Bachelorthese schrieb er über die Anwendungsfelder der Blockchain Technologie. Seit 2016 beschäftigt sich Alex intensiv mit Bitcoin, der Blockchain Technologie und anderen Kryptowährungen. Anfang 2018 begann Alex regelmäßig Inhalte in Schrift und Ton zur Krypto-Welt zu produzieren. Neben BeInCrypto führt er auch mehrere Podcasts.

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