• Ampleforth (AMPL) hat seine Martkapitalisierung in den letzten 30 Tagen verhundertfacht.
  • Diese Analyse wird Ihnen den Einstieg in das Trading mit AMPL erleichtern.
  • Sie können Ampleforth auch shorten, sollten sich jedoch vor der Funding Rate in Acht nehmen.

Einer der größten Gewinner auf den Altcoin-Märkten in dieser Woche war Ampleforth. Hier ist eine fundamentale Analyse über die Token-Mechanik von AMPL, sowie ein Leitfaden für den Einstieg in das Trading mit dieser eigenartigen Kryptowährung.

Wenn Sie unseren CMC100-Report verfolgen, dürfte Ihnen der Name Ampleforth (AMPL) in den letzten drei Wochen mehrfach aufgefallen sein. Obwohl diese Kryptowährung bis Ende Juni noch völlig unbekannt war, konnte sie ihre Marktkapitalisierung in nur einem Monat verhundertfachen.

Doch wodurch kommt diese Explosion in der Marktkapitalisierung zustande?

Allzeit-Enwicklung von Kurs und Marktkapitalisierung von AMPL. Quelle: CoinMarketCap.

Elastisches Token-Angebot

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kryptowährungen ist das Gesamtangebot nicht AMPL nicht festgelegt, sondern ändert sich je nachdem wie viele Menschen den Token verwenden. Dabei gibt der Handelskurs den Ausschlag darüber, wie sich das Token-Angebot ändert. Liegt der Kurs über einem US-Dollar steigt das Angebot und wenn der Kurs darunter liegt, sinkt das Angebot.

Das wird an dem obigen Chart deutlich. Die Marktkapitalisierung verhundertfachte sich im Verlauf der letzten 30 Tage, obwohl der Kurs nie wesentlich ausgebrochen ist. Das liegt daran, dass durch den Handelskurs über einem US-Dollar laufend neue Tokens in den Markt gepumpt werden. Diese neu geschaffenen Tokens werden anteilig an die Besitzer von AMPL. Dadurch ändert sich die Netzwerk-Equity der Token-Besitzer nicht, wodurch sie von der steigenden Nachfrage profitieren.

Selbstverständlich kann sich diese Entwicklung nur so lange fortsetzen, wie eine konstante Nachfrage nach AMPL herrscht. @econoar verglich den Token daher mit einem Schneeballsystem, eine Auffassung die jedoch sehr kontrovers aufgenommen wurde.

Schneeballsystem oder Spekulationsblase?

Eines ist sicher. So lange der Kurs von AMPL über einem US-Dollar liegt, werden weitere Tokens in den Markt gepumpt. Bis der Preis schließlich wieder auf, oder unter einen Dollar fällt. Sollte letzteres eintreten und die Besitzer von AMPL stoßen ihre Tokens scharenweise ab, sinkt auch die Marktkapitalisierung schnell wieder.

Mit den Mitteln der Spieltheorie lassen sich die Überlegungen der Token-Besitzer gut darstellen. Betrachten wir dabei ein Spiel, an dem ein größer AMPL-Wal wiederholt gegen den gesamten Markt spielt. So lange der Kurs über einem US-Dollar liegt haben die Spieler zwei mögliche Strategien. Sie können ihre Tokens entweder behalten oder einen Teil davon abstoßen. Entscheiden sich beide für das behalten, teilen sie sich beide einen Profit, da der Kurs weitestgehend gleich bleibt, beide aber weiter Tokens dazu bekommen.

Stößt einer der Spieler Tokens ab, erhält er nichts dazu, kann aber auch nichts verlieren, wobei der Spieler, der seine Tokens behält, einen Verlust verbuchen muss. Entscheiden sich beide Spieler für das Abstoßen, teilen sich beide einen Verlust. In der Payoff-Matrix stellt sich die Situation wie folgt dar:

Nash-Equilibria

Vieles in der Spieltheorie dreht sich um das Auffinden von sogenannten Nash-Equilibria. Dabei handelt es sich um stabile Zustände, in denen keiner der Spieler einen Vorteil daraus ziehen kann, seine Strategie einseitig zu ändern. Im obigen Spiel zwischen dem Wal und dem Markt gibt es zwei solcher Zustände. Entweder beide behalten ihre Tokens oder beide stoßen sie ab.

Ganz offenbar ist derzeit ersteres der Fall. Dies kann allerdings leicht kippen, da immer die Gefahr besteht, dass der andere Spieler seine Tokens in der nächsten Spielrunde abstoßen könnte. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn die Spieler Liquidität benötigen, oder sich eine bessere Investitionsmöglichkeit auftut. Da AMPL derzeit laufend neue Tokens erzeugt, steigt die Gefahr dafür mit jeder weiteren Spielrunde.

Ändert ein Spieler seine Strategie und stößt Tokens ab, so muss der andere Spieler in den kommenden Runden das selbe tun, um seinen Verlust zu minimieren. In diesem Fall wird ein neuer stabiler Zustand dadurch erreicht, dass beide Spieler laufend abstoßen, wodurch der Kurs letztendlich zusammenbricht.

Aufgrund des weiter steigenden Angebots ist es unumgänglich, dass AMPL mindestens auf einen Kurs von einem USD zurückfällt. Aufgrund dieser Marktdynamik ist es allerdings auch gut möglich, dass der Kurs noch unter diese Marke fällt und sich Token-Angebot im Anschluss wieder verknappt.

Trading mit AMPL

Wer AMPL-Tokens kaufen will, sollte sich bewusst sein, dass er damit nicht auf den Preis spekulieren sollte, da sich dieser langfristig immer wieder dynamisch auf die Marke von einem USD zubewegen wird. Viel mehr spekuliert man dabei auf eine steigende Nachfrage nach AMPL, was sich letztlich in der Marktkapitalisierung ausdrückt.

Angenommen man kauft AMPL zu einem Preis von 1 USD und die Nachfrage steigt, dann erhält man automatisch mehr Tokens, wodurch sich der Preis langfristig korrigiert. Verkauft man dann die höhere Summe zu einem Preis von 1 USD, hat man folglich einen Gewinn erzielt. Sinkt im Gegenzug die Nachfrage, erleiden die AMPL-Besitzer einen Verlust, da ihre Tokens teilweise verbrannt werden.

Da wir nun wissen, dass der Token langfristig auf einen Kurs von 1 USD oder darunter sinken wird, stellt sich die Frage, ob man AMPL nicht auch shorten kann, um einen nahezu sicheren Gewinn zu erzielen. Die Antwort darauf lautet sowohl ja, als auch nein.

Vorsicht vor der Funding Rate

Die Derivat-Handelsplattform FTX hat AMPL kürzlich gelistet und dabei sowohl für den Spot-Handel, als auch einen Perpetual Contract für AMPL/USD aufgelegt. Über diesen kann man Leerverkäufe tätigen, also auf einen fallenden Kurs setzen.

Idealerweise bildet der Kurs eines Perpetual Contracts den Kurs eines Tokens exakt ab. Dafür sorgt die Handelsplattform in Regelmäßigen Zeitabständen über die Funding Rate. Liegt der Kurs des Kontrakts niedriger als der Spot-Preis, zahlen Leerverkäufer einen prozentualen Anteil ihrer Position an die Käufer. Im Umgekehrten Fall bezahlen die Long-Positionen an die Short-Positionen. Dadurch wird der Kurs des Kontrakts an den Spot-Kurs angekoppelt. Im Fall von Ampleforth zeigt sich jedoch, dass die beiden Kurse deutlich auseinander liegen.

Spot-Kurs (blaue Linie) und Kontrakt-Kurs (Kerzendiagramm) von AMPL auf FTX. Quelle: Tradingview.

Durch diese hohe Abweichung zwischen den Kursen wird bei FTX jede Stunde eine außergewöhnlich hohe Funding Rate fällig. Das untere Bild zeigt die stündlichen Funding-Raten für eine AMPL Short-Position, im Vergleich mit einer ETH Long-Position:

Quelle: FTX.

Kurz gesagt: Sie können AMPL shorten, verlieren dabei aber jede Stunde einen deutlich spürbaren Prozentsatz Ihrer Position. Es empfiehlt sich daher, nur dann eine Short-Position einzugehen, wenn Sie glauben, dass ein Preisrutsch kurz bevor steht. Falls Sie nicht glauben, dass ein Preisrutsch bevorsteht, können Sie mit einer Long-Position auch auf das Gegenteil setzen. Bleibt der Kurs gleich, oder steigt sogar noch, erhalten Sie zusätzlich dazu eine stündliche Zahlung über die Funding Rate.

Tobias W. Kaiser Autor

Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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